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Nov 20 2017

Gesundheitstipps von Dr. Thomas Hopferwieser – Internit in Innsbruck – November 2017

Viele Gesundheitstipps und Anregungen zum Sport – Bildet euch eure eigene Meinung – Dr. Thomas Hopferwieser übermittelt regelmäßig wertvolle Gesundheitsrelevante Informationen und ich bedanke mich für die Erlaubnis, diese hier zu veröffentlichen – Danke!

  • Elternkommunikation für Scheidungskinder besonders wichtig
  • Sport fördert Gehirnleistung im Alter
  • Täglich 30 Minuten Bewegung verlängert das Leben
  • Haarausfall – sind dicke Raucher eher betroffen?
  • Allergieauslöser Kinderschuh?
  • Erhöhtes Krankheitsrisiko durch überlange Arbeitszeiten?
  • Vorsorge – Darmspiegelung schon ab 45?
  • Internationaler Gipfel zu Quacksalberei und Pseudowissenschaft
  • Erhöhte Kohlenhydratzufuhr kann erhöhtes Todesrisiko verursachen
  • Hohe Dosen Vitamin B6 und B12 könnte Rauchern schaden
  • Omega-6 könnte helfen Diabetes Mellitus Typ 2 vorzubeugen
  • Winterblues oder Winterdepression? (A.Fuchs)

Elternkommunikation für Scheidungskinder besonders wichtig

Dass eine Scheidung psychosoziale Auswirkungen auf viele Scheidungskinder hat, konnte in vergangenen Untersuchungen belegt werden. Mehr oder minder ausgeprägt werden die Kinder durch die Trennung ihrer Eltern beeinflusst.

Wissenschaftler aus den USA haben jetzt herausgefunden, dass auch das Risiko für bestimmte Krankheiten bei Scheidungskindern, deren getrennt lebende Eltern schlecht miteinander kommunizieren, erhöht ist. Dazu waren bisher Studien zur Erkrankung an Asthma, Krebs und Infektionen bekannt. Zudem konnte jetzt auch eine nachteilige Auswirkung auf Erkältungskrankheiten festgestellt werden.

Eine Gruppe von gesunden 18- bis 55-Jährigen wurde vor diesem Hintergrund näher unter die Lupe genommen. Sie wurden mit einem herkömmlichen Erkältungsvirus in Kontakt gebracht und die darauffolgenden fünf Tage unter Beobachtung gestellt.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass die Personen, deren Eltern sich teilweise auch schon Jahre vorher getrennt hatten und nicht miteinander kommunizierten, ein um das Dreifache erhöhtes Risiko hatten, den Erkältungsviren zu unterliegen und daran zu erkranken im Vergleich zu Nicht-Scheidungskindern. Fand eine Kommunikation zwischen den getrennt lebenden Eltern hingegen statt, so war ein entsprechender gesundheitlicher Nachteil nicht zu beobachten.

Besonders interessant war das Ergebnis auch deshalb, weil dieses Erkrankungsrisiko der Scheidungskinder auch Jahre nach der Trennung noch überdurchschnittlich hoch war. Somit wirkt in vielen Fällen eine fehlende Kommunikation getrennt lebender Eltern noch Jahre nach.

Murphy M. et al.
Offspring of parents who were separated and not speaking to one another have reduced resistance to the common cold as adults
Proc Nat Acad Sci 6/2017; 25: 6515-6520.

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Sport fördert Gehirnleistung im Alter

Mit zunehmendem Alter nimmt bei vielen Menschen die Denk- und Gedächtnisleistung ab. Um dieser Entwicklung vorzubeugen, wird unter anderem empfohlen, regelmäßig körperlich aktiv zu sein und Sport zu treiben, da Sport nachweislich bei der Vorbeugung von Gehirnerkrankungen wie Demenz und Alzheimer hilft.

Welchen direkten Einfluss eine entsprechende körperliche Aktivität auf den Stoffwechsel des Gehirns hat, versuchten nun Wissenschaftler der Goethe Universität in Frankfurt herauszufinden. Sport fördert die Durchblutung des Gehirns und die Funktion der Nerven. Sport hat einen positiven Einfluss auf wichtige Regionen des Gehirns, deren Leistungsvermögen im Alter zunehmend abnimmt, und reduziert die Gefahr für Gefäßerkrankungen. Doch warum ist das so?

Frauen und Männer im Alter zwischen 65 und 85 Jahren ohne vorliegende Beeinträchtigungen des Denkvermögens nahmen an der Studie teil. Während eine Gruppe für die Dauer von drei Monaten ein körperliches Training absolvierte (etwa dreimal pro Woche für eine halbe Stunde), übte die andere Gruppe ihre Alltagsaktivitäten aus wie zuvor. Anschließend wurden Untersuchungen durchgeführt, um mögliche Einflüsse des Sports auf Gehirn und Nerven festzustellen.

Die Forscher konnten auf diese Weise feststellen, dass Sport einen direkten Einfluss auf die Funktionalität und den Stoffwechsel des Gehirns hat. In der bewegungsträgeren Gruppe stieg die Konzentration eines Botenstoffes, dem Cholin, an. Dieser Stoff ist Bestandteil eines wichtigen Neurotransmitters. Für eine gute Funktion der Gehirn- und Nervenzellen muss er in einer bestimmten Konzentration vorhanden sein.Je mehr Nervenzellen abgebaut werden, wie zum Beispiel bei einer Alzheimer-Erkrankung, desto mehr freies Cholin ist messbar. Bei der Sportlergruppe konnten die Wissenschaftler eine gesunde Konstante dieses einflussreichen Stoffes messen.

Es wird daher vermutet, dass ausdauernder Sport die Nervenzellen direkt schützt und deren Verfall aufhält. Auf diese Weise sammeln sich weniger Mengen des Cholin-Botenstoffes an, so wie in der Studie nachgewiesen.
In vergangenen Untersuchungen konnten bereits weitere direkte Zusammenhänge wie die Zunahme der Masse im Gehirn durch Ausdauersport belegt werden.

Fest steht, dass eine gesunde Ernährung in Kombination mit regelmäßigem körperlichen und geistigen Training das Alzheimer-Risiko im Alter um mindestens 50 % herabsetzen kann.

Matura, S. et al.
Effects of aerobic exercise on brain metabolism and grey matter volume in older adults: results of the randomised controlled SMART trial.
Translational Psychiatry 7/2017; 7(7): e1172

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Täglich 30 Minuten Bewegung verlängert das Leben

Dass regelmäßiger Sport gut tut, ist lange bekannt. Wie positiv sich jedoch körperliche Bewegung im Alltag auf ein längeres, gesundes Leben auswirkt, und dass es nicht unbedingt eine aktive Sportart sein muss, belegt jetzt die bisher größte Studie zu diesem Thema.

Im Rahmen einer kanadischen Studie wurden über 130.000 Menschen aus 17 unterschiedlichen Industrienationen und Entwicklungs- sowie Schwellenländern für die Dauer von über sechs Jahren begleitet, befragt und untersucht. Somit wurden nicht nur Menschen erfasst, die ihre körperliche Aktivität in Sportvereinen oder Fitnesstudios oder bei anderen sportlichen Aktionen ausübten, sondern auch solche, die ihr Bewegungspensum einfach nur im Alltag absolvierten, sei es auf dem Weg zur Arbeit oder durch Tätigkeiten im Haushalt.

Im Ergebnis zeigte sich, dass sich das Sterberisiko eines Menschen um 20 % im Vergleich zu bewegungsträgerenen Menschen herabsetzen ließ, sobald er sich über mehrere Jahre (sieben Jahre und mehr) mindestens 150 Minuten pro Woche moderat körperlich bewegt hatte. Dieser positive Effekt nahm weiter zu, je mehr Sport absolviert wurde. Besonders aktive Teilnehmer, die 750 Minuten wöchentlich und mehr bewegungsaktiv waren, konnten die Gesamtmortalität sogar um 35 % senken. Dabei war es egal, in welcher Art sie sich bewegten, also ob im Alltag oder in Form einer sportlichen Aktivität. Auch spielte es keine Rolle, welchem sozioökonomischen Status sie zugehörig waren.

Vor dem Hintergrund dieses Studienergebnisses empfehlen die Studienautoren, die von der WHO empfohlenen 150 Minuten Bewegung pro Woche“ zum einen durch sportliche Freizeitaktivitäten oder aber auch durch moderate Bewegungen und Anstrengungen im Alltag zu erfüllen.

Lear, S. et al.
The effect of physical activity on mortality and cardiovascular disease in 130 000 people from 17 high-income, middle-income, and low-income countries: the PURE study
The Lancet 9/2017

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Haarausfall – sind dicke Raucher eher betroffen?

Rauchen ist ungesund! Wenn die Raucher dann auch noch übergewichtig sind, dann leidet nicht nur die Gesundheit, sondern möglicherweise auch die Haarpracht.

Italienische Wissenschaftler bewerteten vor diesem möglichen Zusammenhang die Daten von 351 Personen, hauptsächlich von Männern im durchschnittlichen Alter von 35 Jahren, die von einem hormonell-erblichen Haarausfall (androgene Alopezie) betroffen waren. Diese Form, die auf einer erhöhten Empfindlichkeit des Haarfolikels auf das männliche Geschlechtshormon basiert, ist der häufigste Grund für Haarausfall.

Angaben zum Gewicht, zur Ernährungsform, zum Genussmittelkonsum, zur Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln sowie zum Bildungsstand flossen in die Untersuchung mit ein.

Im Ergebnis zeigte sich, dass Studienteilnehmer mit Übergewicht und die Raucher ein um das Sechsfache erhöhtes Risiko für Haarausfall hatten im Vergleich zu Normalgewichtigen und Nichtrauchern. Personen, die beide Laster mit sich trugen, also Übergewicht und Nikotinkonsum, waren besonders betroffen. Es wird derzeit angenommen, dass zum einen giftige Stoffe im Tabakrauch zu den Schädigungen an den Haarwurzeln führen. Zum anderen wird ein nachteiliger Einfluss auf die Durchblutung der Kopfhaut sowie schädigende Entzündungsprozesse vermutet. Ähnlich scheinen nachteilige Stoffwechselprozesse und ausgeschüttete Botenstoffe, die bei Übergewicht vermehrt auftreten, entzündungsähnliche Prozesse auszulösen und somit am Haaransatz Schäden anzurichten.

Christiane Fortes et al.
The combination of overweight and smoking increases the severity of androgenetic alopecia
International Journal of Dermatology 8/2017; 56(8): 862-867.

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Allergieauslöser Kinderschuh?

Zunehmend viele Kinder entwickeln an ihren Füßen allergische Symptome. Laut Ergebnis einer Studie aus Spanien ist diese Entwicklung auf Herstellungsverfahren und Inhaltsstoffe, insbesondere in Turn- und Freizeitschuhen zurückzuführen. Der Nachwuchs steckt immer mehr Stunden am Tag in Freizeitschuhen.Dieses führt zur Feuchtigkeitsansammlung an den Füßen bei geringer Atmungsaktivität. Zusammen mit der so entstehenden Wärme in Verbindung mit möglichen chemischen Restbeständen aus der Herstellung des Schuhs bieten sich ideale Voraussetzungen für die Entwicklung eines allergischen Ekzems.

Untersucht wurden fast 400 Kinder im durchschnittlichen Alter von 10 Jahren in Spanien, bei denen an den Füßen ein Hautausschlag aufgetreten war. Es wurde ein Allergie-Test, der sogenannte Patch-Test, durchgeführt. Dabei werden mögliche Allergene auf die Haut aufgetragen und nach einigen Tage die Reaktion überprüft.

Im Ergebnis zeigte sich, dass bei 44 % der Studienteilnehmer eine Kontaktallergie vorlag, die zu den Unverträglichkeitsreaktionen am Fuß geführt hatten.Leider war es in vielen Fällen das Kadmiumdichromat, welches als Allergen ausfindig gemacht wurde. Es dient bei der Schuhherstellung als Mittel zur Gerbung. Zudem schienen einige Patienten auf ein Konservierungsmittel eines Desinfektionssprays sensibel zu reagieren. Auch weitere verwendete Stoffe, die im Kleber oder in den Schuhsohlen aus Gummi noch vorhanden waren, lösten die Kontaktallergie aus.

Weiterhin stellten die Forscher fest, dass teilweise auch Wundpflaster oder anderes selbstklebendes Verbandsmaterial die Auslöser aufgrund bestimmter Bestandteile waren.

Ortiz-Salvador, J.M. et al.
Dermatitis of the Foot: Epidemiologic and Clinical Features in 389 Children
Pedriatic Pharmacology 9/2017; 34(5): 535–539

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Erhöhtes Krankheitsrisiko durch überlange Arbeitszeiten?

Regelmäßig anfallende Überstunden, die zu einer dauerhaften Arbeitszeit von über 52 Wochenstunden führen, tun der Gesundheit des Arbeitnehmers nicht gut. Ganz im Gegenteil: Eine Forschergruppe aus Texas hat jetzt belegen können, dass durch diese dauerhafte Mehrarbeit das Risiko für Herz-Kreislauf- sowie Krebserkrankungen erhöht wird.

Eine seit Ende der siebziger Jahre laufende Studie wurde von den Wissenschaftlern aus den USA analysiert. Über 2.300 Menschen nahmen teil. Der allgemeine Gesundheitszustand und insbesondere aufgetretene Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sowie Krebserkrankungen wurden mit den täglichen Arbeitszeiten und -verhältnissen in einen möglichen Zusammenhang gestellt.

Nach Auswertung der Daten zeigte sich, dass sich eine wöchentliche Arbeitszeit von mehr als 52 Stunden nachteilig auf den gesundheitlichen Allgemeinzustand auswirkt. Im Vergleich zu Berufstätigen in einer Beschäftigung von etwa 40 Stunden wöchentlich nahmen die Vielbeschäftigten ein um 28 % erhöhtes Risiko in Kauf, krank zu werden.Bei den kardiovaskülären Erkrankungen zeigte sich ein um 42 % erhöhtes Risiko. Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, nahm bei ihnen sogar um über 60 % zu. Männer in beruflicher Selbstständigkeit mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und Einkommen zeigten diesbezüglich eine besondere Gefährdung.

Vor dem Ergebnis dieser Studie wird nun die bisher als verträglich angepriesene Wochenarbeitszeit von 40 bis 56 Stunden neu diskutiert. Um diesbezüglich einen gesundheitlich verträglichen Grenzwert für eine Aussicht auf ein gesundes langes Leben zu erhalten, stehen weitere Studien an.

Conway SH. et al.
The Identification of a Long Work Hours Threshold for Predicting Elevated Risks of Adverse Health Outcomes.
American Journal of Epidemiology 7/2017; 186(2): 173-183

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Vorsorge – Darmspiegelung schon ab 45?

Das Screening auf ein kolorektales Karzinom (CRC) sollte mit 45 Jahren beginnen, um auf die steigenden Mortalitätsraten bei jungen Erwachsenen abgestimmt zu werden, besagt eine Forschungsarbeit, die beim 25. Jahreskongress der United European Gastrology vorgestellt wird, der in Barcelona stattfand.

Forscher in Frankreich analysierten 6.027 Kolonoskopien und stellten eine 400%ige Zunahme von nachgewiesenen Neoplasien bei Patienten im Alter von 45–49 Jahren verglichen mit Personen im Alter von 40–44 Jahren fest. Die Häufigkeit war um 8 % höher in der Gruppe der 45–49-Jährigen gegenüber Personen im Alter von 50–54 Jahren.

Auch die Nachweisraten von Polypen und Adenomen waren bei den 45–49-Jährigen gegenüber den anderen zwei Gruppen höher. Bei seiner Vorstellung der Ergebnisse sagte der leitende Forscher Dr. David Karsenti: „Diese Ergebnisse zeigen, dass im Alter von 45 Jahren eine auffallende Zunahme der Häufigkeit von kolorektalen Läsionen eintritt, besonders in Bezug auf die Nachweisrate von frühen Neoplasien. Selbst wenn Patienten mit einer familiären und persönlichen Anamnese mit Polypen oder Krebs von den Ergebnissen ausgeschlossen werden, gibt es trotzdem eine merkliche Zunahme der Nachweisraten bei Patienten ab 45 Jahren.“

„Unabhängig von der Art des angewandten Screenings sprechen die Ergebnisse unserer Forschung deutlich dafür, dass das Screening auf ein kolorektales Karzinom mit 45 Jahren beginnen sollte“, sagte er

Karsenti D, et al. Adenoma detection rate according to age: colonoscopy screening should start at 45 years old. United European Gastroenterology Week. Barcelona, Spain. 30 October 2017. Abstract OP023

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Internationaler Gipfel zu Quacksalberei und Pseudowissenschaft

Die Gefahren von Pseudowissenschaft und Quacksalberei werden bei einem bahnbrechenden, weltweiten Gipfel einer genauen Prüfung unterzogen. Der International Summit on Quackery and Pseudoscience wird erforschen, inwieweit Bemühungen zu wissenschaftlicher Kommunikation den Auswirkungen von „Falschmeldungen im Gesundheitswesen“ entgegenwirken können.

Das Programm beinhaltet eine Reihe von Experten aus Medizin, Wissenschaft und Journalismus, zu denen u. a. der preisgekrönte und ehemalige New-York-Times-Journalist Tom Zeller und Michael Marshall, Projektdirektor der Good Thinking Society aus dem Vereinigten Königreich (UK), zählen.

Die behandelten Themen umfassen „Wissenschaftsnegierung“, Schutzmechanismen und die Notwendigkeit für Wissenschaftler, die Öffentlichkeit einzubeziehen. Der Gipfel wird von der University of Stellenbosch, Südafrika, veranstaltet und findet in Stellenbosch statt.

Prof. George Claassen, Direktor des Centre for Science and Technology Mass Communication der Universität, sagt: „Wir hoffen, dass der Gipfel eine dringend notwendige Änderung bewirken wird, indem die Öffentlichkeit und alle am wissenschaftlichen Kommunikationsprozess Beteiligten über die Gefahren von Quacksalberei aufgeklärt werden.

Um den berühmten, in Südafrika geborenen UK-Entwicklungsbiologen Lewis Wolpert zu zitieren: ‚Die Wissenschaft bietet die bei Weitem zuverlässigste Methode zur Feststellung, ob eigene Überzeugungen Gültigkeit haben oder nicht.‘ Der Gipfel hat die neuerliche Betonung des Wertes von fundierter wissenschaftlicher Kommunikation und evidenzbasierter Gesundheitsversorgung zum Ziel.

Press release: Stellenbosch University hosts first international summit to counter quackery, pseudoscience and fake news in healthcare. Centre for Science and Technology Mass Communication (CENSCOM), University of Stellenbosch, South Africa. 25 October 2017

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Erhöhte Kohlenhydratzufuhr kann erhöhtes Todesrisiko verursachen

Die Ergebnisse der PURE-Studie (Prospective Urban Rural Epidemiology [„prospektive Studie zur Epidemiologie in Stadt und Land“]) haben Prüfärzte veranlasst, eine Überarbeitung der Ernährungsleitlinien zu fordern, angesichts des Befundes, dass Kohlenhydrate und nicht Fette mit einem höheren Mortalitätsrisiko assoziiert sind.

Die prospektive Kohortenstudie umfasste über 135.000 Personen im Alter von 35 bis 70 Jahren ohne kardiovaskuläre Erkrankung, in 18 Ländern in sieben geografischen Regionen. Die Ergebnisse wurden beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt und zeitgleich in The Lancet veröffentlicht.

Die Nahrungszufuhr der Teilnehmer wurde mithilfe eines validierten Lebensmittelhäufigkeitsfragebogens erfasst und es erfolgte eine Kategorisierung in Quintile der Nährstoffzufuhr (Kohlenhydrate, Fette und Proteine) auf Grundlage der prozentualen Energiezufuhr durch die Nährstoffe. 

Es wurde beobachtet, dass eine höhere Kohlenhydratzufuhr mit einem erhöhten Gesamtmortalitätsrisiko assoziiert war. Personen, die am meisten Kohlenhydrate aßen, wiesen ein um 28 % größeres Risiko auf als solche, die am wenigsten Kohlenhydrate aßen, wenn auch kein Unterschied bezüglich des Risikos für kardiovaskuläre Erkrankungen oder kardiovaskuläre Krankheitsmortalität beobachtet wurde.

Umgekehrt war die Gesamtfettzufuhr und jede Art von Fett mit einem niedrigeren Gesamtmortalitätsrisiko assoziiert, während eine höhere Zufuhr ungesättigter Fette mit einem niedrigeren Schlaganfallsrisiko verbunden war. Die Autoren sagten, die globalen Ernährungsleitlinien sollten angesichts dieser Befunde neu überdacht werden

Dehghan M, Mente A, Xhang X, et al; on behalf of the Prospective Urban Rural Epidemiology (PURE) study investigators. Associations of fats and carbohydrate intake with cardiovascular disease and mortality in 18 countries from five continents (PURE): a prospective cohort study. The Lancet, published online 29 August 2017. doi: 10.1016/S0140-6736(17)32252-3

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Hohe Dosen Vitamin B6 und B12 könnte Rauchern schaden

Jüngste Forschungen deuten darauf hin, dass eine langfristige hoch dosierte Supplementation mit den Vitaminen B6 und B12 mit einem erhöhten Risiko für Lungenkrebs assoziiert sein könnte. In der bislang ersten prospektiven Beobachtungsstudie ihrer Art wurde festgestellt, dass männliche Raucher, die 10 Jahre lang täglich mehr als 20 mg B6 zu sich nehmen, ein dreifach höheres Risiko für die Bildung von Lungenkrebs tragen als Nichtnutzer.

Männliche Raucher, die 10 Jahre lang täglich mindestens 55 Mikrogramm B12 zu sich nehmen, entwickeln ca. viermal häufiger Lungenkrebs als Nichtnutzer. Die, im Journal of Clinical Oncology veröffentlichten Ergebnisse basieren auf der Datenanalyse von mehr als 77.000 US-amerikanischen Patienten und wurden nach Rauchervorgeschichte, Alter, ethnischer Abstammung, Bildung, Körpergröße, Alkoholkonsum, persönlicher Vorgeschichte von Krebs oder chronischen Lungenerkrankungen, familiärer Belastung mit Lungenkrebs und Einsatz von Antirheumatika adjustiert.

Die verwendeten Dosen lagen zwar signifikant über den aktuell empfohlenen Tagesdosen (RDA), doch der Autor der Studie, Theodore Brasky, meinte hierzu: „Unsere Daten beweisen, dass die Einnahme von hohen Dosen B6 und B12 über einen sehr langen Zeitraum bei männlichen Rauchern zu Lungenkrebs führen kann. Diese beunruhigende Feststellung sollte auf jeden Fall weiter untersucht werden.

Brasky T, et al. Long-Term, Supplemental, One-Carbon Metabolism–Related Vitamin B Use in Relation to Lung Cancer Risk in the Vitamins and Lifestyle (VITAL) Cohort. J Clin Oncol. 22 Aug 2017. DOI: 10.1200/JCO.2017.72.7735

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Omega-6 könnte helfen Diabetes Mellitus Typ 2 vorzubeugen

Das Risiko, Typ-2-Diabetes (T2D) zu entwickeln, könnte durch das Essen von Nahrung, die reich an mehrfach ungesättigten Omega-6-Fetten ist, signifikant reduziert werden, besagt eine neue Studie.

Während jüngste Studien Bedenken aufkommen ließen, Omega-6 könne negative gesundheitliche Auswirkungen, wie etwa Entzündungen, haben, befürwortet diese neueste Forschungsarbeit klinische Empfehlungen zur Erhöhung der Nahrungsaufnahme von Omega-6-reichem Essen.

Für die Studie analysierten Wissenschaftler Daten von 20 Studien mit 39.740 Erwachsenen aus 10 Ländern, bei denen mit der Zeit 4.347 neue Fälle von Diabetes auftraten. Sie fanden heraus, dass höhere Anteile von Linolsäure-Biomarkern als Prozentsatz der Gesamtfettsäuren mit einem niedrigeren Gesamtrisiko für Typ-2-Diabetes in Verbindung stand. Sie fanden auch heraus, dass der Arachidonsäurespiegel nicht signifikant mit dem Risiko für Diabetes korrelierte.

„Einige Wissenschaftler haben die Theorie aufgestellt, dass Omega-6 schädlich für die Gesundheit ist“, sagte der leitende Autor Dr. Jason Wu vom George Institute for Global Health in Sydney. „Auf Grundlage dieser großen, weltweiten Studie haben wir aber wenige Hinweise für eine Schädigung aufgezeigt. De facto haben wir herausgefunden, dass das wichtigste Omega-6-Fett mit einem niedrigeren Risiko für Typ-2-Diabetes in Verbindung steht.

The Lancet Diabetes and Endocrinology
Wu JHY, Marklund M, Imamura F et al. Omega-6 fatty acid biomarkers and incident type 2 diabetes: pooled analysis of individual-level data for 39740 adults from 20 prospective cohort studies. Lancet Diabetes Endocrinol. Published Online 11 
October 2017 doi: 10.1016/ S2213-8587(17)30307-8

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Alexandra Fuchs: Winterblues oder Winterdepression?


Die Herbst- und Wintermonate zeigen in der Natur deutlich ihre Spuren. Laubbäume verlieren ihr Blätterkleid, die Sonne lässt sich tagelang nicht blicken, die Felder werden von Schnee bedeckt, Gewässer frieren zu und einige Tierarten haben sich zum Winterschlaf zurückgezogen. Werden die Tage kürzer, grauer und kälter, sowie die Nächte länger, fühlen sich auch Menschen oftmals müde, schlapp und antriebslos und fallen in ein Stimmungsloch.

Den Auslöser eines harmlosen Winterblues sowie einer saisonal abhängigen Winterdepression sehen viele Forscher im Mangel an natürlichem Tageslicht. Dieser führe – während ausgedehnter Dunkelperioden – zu einer erhöhten Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Darüber hinaus sinke der Serotoninspiegel im Winter, da das Glückshormon vorschnell aus dem synaptischen Spalt verschwinde.

Ob es sich bei der gedrückten Stimmung um einen harmlosen Winterblues oder einer ausgewachsenen Winterdepression handelt, lässt sich nicht immer leicht unterscheiden. Maßgenblich sind die Dauer und Ausprägung der Beschwerden.

Was kann bei einem vorübergehenden Stimmungstief hilfreich sein?

  • Nützen Sie jede erdenkliche Chance, um natürliches Tageslicht zu tanken. Sei es auf dem Weg zur Arbeit, bei einem Spaziergang in der Mittagspause oder in Form eines Verdauungsspazierganges nach üppigen Mahlzeiten während der Feiertage.
  • Darüber hinaus können Sie spezielle Lichttherapiegeräte nutzen, wobei es zu bedenken gilt, dass ein bedeckter Himmel deutlich heller ist als jede künstliche Lichtquelle.
  • Bleiben Sie aktiv! Treffen Sie Menschen, deren Gesellschaft Ihnen guttut, pflegen Sie Ihre Hobbys und betreiben Sie Sport – bevorzugt in der Natur.
  • Strukturieren Sie Ihren Tagesablauf, damit das Verhältnis zwischen Anforderungen und Entspannung ausgewogen ist. Dabei können Gewohnheiten und Rituale helfen, um dem Tag einen Rahmen zu geben. Darüber hinaus sollten Sie sich jeden Tag kleine Ziele
  • Holen Sie sich Ihre Glückshormone trotz fehlendem Sonnenlicht nach Hause. Dekorieren Sie Ihre Wohnung in leuchtenden Sommerfarben, hören Sie schwungvolle Musik oder hängen Sie Fotos vom letzten Urlaub auf, die Sie an Sonne bzw. die damit verbundenen Glücksgefühle erinnern.

Wenn die Tage kürzer und dunkler werden, gehört ein gelegentliches Stimmungstief zum Leben dazu und wird noch nicht als Depression im klinischen Sinne gesehen.

Sollten Sie jedoch das Gefühl haben, dass sie sich ernsthaft beeinträchtigt fühlen, dann zögern Sie nicht und gönnen Sie sich professionelle Hilfe.

Alexandra Fuchs
Supervision / Coaching
www.Therapie-fuchs.at

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